Die Knospen entfalten sich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gescheine sind bereits sichtbar

 

 

Der Austrieb

 

  „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.“ So heißt es im Volkslied, so trifft es aber auch auf die Reben zu. Bevor im Mai/Juni die Blüte ansteht, passiert das, was der Fachmann den Austrieb nennt. Ein kritischer Zeitpunkt, denn die Arbeit an den Rebstöcken hat jetzt direkten Einfluss auf den Pflanzenwuchs und damit auf die Qualität des Weines.  In diesem Jahr war der Austrieb allerdings ca. 14 Tage früher als in sonst normalen Jahren bereits Mitte April. Zu dieser Jahreszeit hat der Winzer fast täglich im Weinberg zu sein, um seine Reben zu beobachten. In dieser Phase wird nämlich bestimmt, wie später die sogenannte „Laubwand“ aussieht. Diese Laubwand, das Blattwerk der Rebe, soll die Sonnenenergie nach Möglichkeit optimal ausnützen und sowohl licht als auch luftdurchlässig sein, um hochwertige Trauben zu bekommen. Das Problem: Das zarte Blattwerk wird von den Insekten geliebt und befallen, wenn nicht geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden. Schadmilben, Dickmaulrüssler und Rhombenspanner machen es sich gerne auf und am Blattwerk gemütlich und halten sich dort schadlos. Griff man früher noch zur chemischen Keule, ist man heute weitaus einfallsreicher. Statt Insektizide zu spritzen, was seit 1992 ohnehin verboten ist, werden Pheromonfallen ausgehängt. Dabei handelt es sich um eine biologische Pflanzenschutzmaßnahme zur Bekämpfung des Traubenwicklers. Der Sexualduftstoff Pheromon wird mittels Kapseln, die etwa alle fünf Meter im Weinberg aufgehängt werden, verströmt. Dadurch werden die Männchen zu den Duftquellen gelockt, können aber keine Weibchen zur Paarung finden. Dieses Verfahren wird auch als „Verwirr-Methode“ bezeichnet. Die Pheromonkapseln müssen flächendeckend aufgehängt werden, damit sich die Weinberge wie unter einem Duftstoff-Zelt befinden.  Eine wirksame Methode, die zwar etwas teurer ist, aber vom Verbraucher sehr geschätzt wird.